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Microsoft hat die kürzlich auf der Kiwicon veröffentlichte Schwachstelle
in der Web Proxy Auto-Discovery (WPAD) in einem offiziellen
Fehlerbericht bestätigt. Unter bestimmten Umständen sucht die Funktion
außerhalb der definierten Domain nach WPAD-Servern, um eine
Proxy-Konfiguration für den Internet Explorer zu laden. Ein Angreifer
könnte etwa einen eigenen WPAD-Server im Internet platzieren und
Anwendern präparierte Proxy-Einstellungen unterjubeln, um deren
Webverbindungen über einen eigenen Proxy umzuleiten und Daten
mitzulesen.
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Die Ursache des Problems beruht auf der Art, wie Windows Hostnamen
auflöst, wenn sie keinen Fully-Qualified Domain Name enthalten. Das
Problem tritt insbesondere bei Third Level Domains wie contoso.co.us
und dazugehörigen Sub-Domains wie corp.contoso.co.us auf. Das
WPAD-Protokoll stellt der Domain das Prefix wpad voran und sucht nach
wpad.corp.contoso.co.us. Antwortet kein Server, so versucht es unter
wpad.contoso.co.us einen Server zu finden. Scheitert auch dies, ruft es
wapd.co.us auf, was außerhalb der definierten Domain liegt.
Microsoft weist darauf hin, dass – entgegen der Aussage des
Entdeckers der Schwachstelle, dass Hunderttausende von neuseeländischen
PCs von dem Problem betroffen sind – Heimanwender in der Regel kein
DNS-Suffix auf ihrem System konfiguriert haben und kein Mitglied einer
Domain seien. Da die Suche dann immer lokal ins Leere läuft, seien
diese Rechner nicht verwundbar. Zwar gibt es von einigen Providern
verbindungsspezifische DNS-Suffixe, allerdings sollen diese
Konfigurationen trotzdem nicht verwundbar sein.
Betroffen ist zwar der Internet Explorer 5.01, 6 und 7 unter Windows
2000 (SP4), XP SP2, Server 2003 SP1 und SP2 und Vista. Ob nun aber der
Browser oder Windows Schuld ist, schreiben die Redmonder nicht. Und ob
es ein Update geben wird, lässt Microsoft ebenfalls offen. Als
Workaround schlägt Microsoft vor, die Proxy-Konfigurationen über DHCP
zu verteilen oder die Einstellungen manuell fest einzutragen. Zudem
sucht der PC keinen WPAD-Server, wenn die Option "Automatische Suche
der Einstellungen" unter Extras/Internetoption/Verbindungen/LAN-Einstellungen/ deaktiviert ist.
Bereits 1999 gab es ein ähnliches Problem
mit dem Internet Explorer 5.01, der bei der Suche nach einem
WPAD-Server außerhalb der gedachten Domain landen konnte. Zuletzt gab
es im März 2007 Probleme mit WPAD im Internet Explorer 6.
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