TomTom nutzt anonymes Handy-Tracking für Verkehrsprognosen
Der niederländische Navigationsspezialist TomTom will künftig Standort- und Bewegungsdaten von Mobiltelefonen bei Verkehrsprognosen berücksichtigen. Für den neuen Dienst "High Definition Traffic"
würden "anonyme" GSM-Signale von Handys ausgewertet, deren Besitzer
Verträge mit dem Mobilfunkprovider Vodafone eingegangen sind, teilte
das Unternehmen am heutigen Montag in Amsterdam mit. In Kombination mit
Verkehrsinformationen aus herkömmlichen Quellen ergäben sich daraus
"die weltweit fortschrittlichsten Verkehrsdaten".
Anwender von "High Definition Traffic" sollen
Herstellerangaben zufolge "bis zu fünf Mal so oft" neue Informationen
über das aktuelle Verkehrsaufkommen als bislang erhalten. Verfügbar ist
der Dienst zunächst in den Niederlanden, wo Vodafone
eigenen Angaben zufolge 3,9 Millionen Kunden hat. Die Einwohnerzahl
unseres Nachbarlandes beläuft sich auf etwas mehr als 16 Millionen. Für
399 Euro bietet TomTom dort künftig das mobile Navigationsgerät "One XL High Definition Traffic", das sich auf die neue Technik verstehen soll.
Im Preis inbegriffen ist ein 12-Monats-Abo des
High Definition Traffic Services. Danach berechnet TomTom 9,95 Euro pro
Monat. Der Verkehrsdienst soll Staudaten zum gesamten niederländischen
Autobahnnetz sowie fast allen anderen größeren Straßen liefern,
insgesamt rund 23.000 Kilometer. Die Einführung von High Definition
Traffic in Großbritannien ist für die erste Jahreshälfte 2008 geplant.
Später soll der Dienst auch auf andere europäische Länder ausgeweitet
werden. Angaben zu datenschutzrechtlichen Aspekten des Handy-Trackings
machte das Unternehmen bislang nicht. (pmz/c't)