Windows Neu: Neue Benutzeroberfläche, vielschichtiges Plug and Play und keine Probleme mehr bei der AbwärtskompatibilitätMit geschätzten 10 Milliarden Dollar Entwicklungsbudget und rund 10.000 Mitarbeitern, war und ist Microsofts
Windows Vista das vielleicht aufwändigste Stück Software überhaupt.
Dennoch hat das aktuelle Betriebssystem die Branche nicht in seinen
Grundfesten erschüttert. Der Rahmen ist derselbe geblieben, die
Architektur aufgefrischt, aber nicht runderneuert.
Doch der
Softwarehersteller aus Redmond sehen auch ihre Zukunft in einer neuen
Art des Betriebssystems. Ein schlankeres Gerüst, das bei gesteigerter
Sicherheit einen schnelleren Work-Flow ermöglicht. Alles ist Plug and
Play. Der Einsatz des neuen MinWin-Kernels gilt als wahrscheinlich.
Die Insider der Seiten uxevangelist.net und AeroXP
haben, basierend auf offiziellen Informationen seitens Microsofts und
Insiderinformationen, eine Übersicht über die Entwicklungsschwerpunkte
für die kommenden Versionen Windows 7 und danach entworfen.
Individuell
Auch
wenn die Konkurrenz über die fünf verschiedenen Vista-Versionen
schmunzelt, will Microsoft weiter an den abgestimmten Ausführungen
festhalten. Ein eigenes Team arbeitet derzeit an einer Variante für
Low-Cost-PCs, die den Anforderungen der Anwendern in
Entwicklungsländern gerecht werden soll.
Ein spezieller Release für Unternehmenskunden wird auch beim neuen
Betriebssystem nicht fehlen.
Neu
dürfte allerdings sein, dass durch ein einheitliches Fundament der
Ausbau der Versionen und der Wechsel zwischen den Plattformen
erleichtert werden soll. Ein Service zur Erweiterung und Entfernung
dezidierter Funktionen mache dies möglich.
Abwärtskompatibilität
Einer
der größten Hindernisse für eine radikale Veränderung des Systems ist
die Sicherstellung der Kompatibilität zu älteren Programmen. Genauer
umrissen haben die Entwickler ihr Konzept für die Zukunft noch nicht.
Es steht allerdings fest, dass die Probleme mit inkompatiblen Versionen
der Vergangenheit angehören sollen. Der Einsatz von
Virtualisierungslösungen wäre denkbar.
Damit das System samt
seinen Anwendungen immer am neuesten Stand ist, will Microsoft künftig
auch Dritthersteller in seinen Automatischen Update-Dienst einbinden.
Fest verschlüsselt
Das
hehre Ziel, das sicherste Betriebssystem der Welt auf die Beine zu
stellen, wird auch mit Windows 7 wieder in Angriff genommen.
Schließlich gilt die Sicherheit eines System als Grundstein für das
Vertrauen zwischen Anwendern und den Entwicklern.
Unter anderem
soll mit der Verbesserung der Festplattenverschlüsselung BitLocker und
EFS sichergestellt werden, dass alle persönlichen Daten zu jeder Zeit
und an jedem Ort zu 100 Prozent geschützt sind. Der Schutz vor externen
Angreifern wird mit dem Ausbau der Windows-Firewall gestärkt. Die
umfassende Strategie führt dabei unterschiedliche Technologien
zusammen, wobei man sich nicht mehr nur auf den Desktop beschränken
will. Zur Etablierung sichererer Internetprotokolle will man seine
Kräfte bündeln.
Zum Schutz der Daten wird auch der von Microsoft
CEO oft angeführte Zusammenschluss von Service und Software zum Tragen
kommen. Persönliche Inhalte sollen als Back-up in der "Cloud", also in
Datenzentren gespeichert werden.
UI und PnP
Basis
der Vision für ein neues Windows ist neben der überarbeiteten
Kernarchitektur auch die Generalüberholung der Benutzeroberfläche. Es
wird sich zeigen müssen, ob die Spekulationen bereits auf die nächste
Windows Version zutreffen. Heiß diskutiert ist der Wegfall des Windows
Explorers und der Taskleiste für ein komplett neues Bediensystem.
Klarer
sieht es bei der Verwaltung von Dateien aus. Die Suche und der
Austausch sollen vereinfacht werden, es soll keine Rolle mehr spielen,
welche Plattform man einsetzt. Die Daten müssen auf dem PDA oder Handy
genauso nutzbar sein, wie auf dem Standrechner im Büro.
Video: Microsoft Windows Future Services
Eine
wesentliche Verbesserung soll es daher auch in der Kommunikation
zwischen unterschiedlichen Geräten geben. Die Zusammenführung von
verschiedenen Wireless-Technologien, etwa Wifi oder Wimax soll eine
unterbrechungsfreie Kommunikation erlauben. Beispielsweise könnten
Videos so auf Smartphones gestreamt werden und diese dann bei Bedarf
gleichzeitig auf größere Displays übertragen werden.
Investitionen
Bislang
gibt es bei der Vision für Windows 7 und die kommenden Versionen noch
wenig handfeste Details für die Öffentlichkeit. Einem Dokument
vom Jänner 2007 zufolge stimmen die skizzierten Entwicklungen
allerdings auch mit den künftigen Investitionsfeldern Microsofts
großteils überein. Die neue Benutzeroberfläche könnte in Anlehnung an Microsofts Surface Computing
gelingen, in welcher Form sie zum Tragen kommt und ob auch gewöhnliche
Desktops radikal erneuert werden, ist bislang allerdings nicht bekannt.
Dass wir in Zukunft ein komplett neues Windows sehen werden, ist
in jedem Fall fraglich. Zuletzt erklärte der Windows-Veteran Larry
Ostermann die Schwierigkeiten einer Grunderneuerung. Demnach sei dies ist aus seiner Sicht nahezu unmöglich, denn der Kernel könnte nicht einfach gewechselt werden. So dürfte auch Windows 7, Windows bleiben. (zw)
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