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Ein Wissenschaftsdienst verglich 50 Artikel beider
Nachschlagewerke: Brockhaus-Online bekam nur in sechs Fällen bessere
Bewertungen als Wikipedia.
Das
von den Lesern selbst verfasste Online-Lexikon Wikipedia hat bei einem
Qualitätstest besser abgeschnitten als die Internet-Ausgabe des
Brockhaus. Bei der Untersuchung des Wissenschaftlichen
Informationsdienstes Köln im Auftrag des Magazins "Stern" erreichte die
Wikipedia bei Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und
Verständlichkeit die Durchschnittsnote 1,7, wie die Zeitschrift am
Mittwoch mitteilte. Die kostenpflichtige Brockhaus-Ausgabe kam auf 2,7.
Für den Test wurden 50 Einträge aus zehn Themengebieten überprüft.
Bei insgesamt 43 Artikeln wie etwa zu "Hartz IV", "U2", "Penicillin"
und "Moses" bekam Wikipedia bessere Noten als die Konkurrenz, wie die
Zeitschrift berichtete. Nur bei sechs Stichworten lag demnach das
15-bändige Brockhaus-Lexikon vorne. In einem Fall erhielten beide
Nachschlagewerke die gleiche Note.
Wikipedia punktet bei Aktualität
Besonders
gut schnitt Wikipedia in der Kategorie Aktualität ab: Während dort etwa
im Artikel zu Luciano Pavarotti dessen Tod bereits am gleichen Tag
vermerkt worden sei, habe der Brockhaus den Tod des Tenors selbst am 2.
Dezember noch nicht enthalten, berichtete der "Stern". Der
Literatur-Nobelpreis für die Schriftstellerin Doris Lessing, der in
Wikipedia ebenfalls erwähnt wurde, fehlte im Brockhaus zu diesem
Zeitpunkt demnach ebenfalls.
Auch in der Rubrik Richtigkeit
siegte das kostenlose Online-Lexikon Wikipedia, bei dem alle Nutzer
mitarbeiten und Artikel hinzufügen oder verbessern können. Nur bei der
Verständlichkeit wurde der Brockhaus besser bewertet: Einige
Wikipedia-Artikel seien für Laien schlicht zu kompliziert, viele zu
weitschweifig, urteilten die Tester. Untersucht wurden Artikel aus den
Fachgebieten Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft, Kultur,
Unterhaltung, Erdkunde, Medizin, Geschichte und Religion. (Ag.)
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